fyvm … ein Tagebuch der anderen Art

Noch vor nicht allzu langer Zeit war ein Tagebuch etwas außerordentlich Privates, Persönliches, dass keiner außer uns in die Hände nehmen durfte. Meist mit einem Schloß verriegelt und ganz tief unterm Bett oder sonstwo versteckt. Drinnen standen die peinlichsten, schönsten und natürlich auch die schlimmsten Ereignisse unseres jungen Lebens. Schließlich war man ein Teenager und das ist die beste Zeit zum Lieben und Hassen. Ein emotional vollgekritzeltes Büchlein – wild durchgestrichene Liebeserklärungen, Hassausdrücke – ein Kontrast der Gefühle.

Heutzutage schaut das Ganze ein wenig anders aus.
Durch das Internet werden wir zum Gefühls-Exibitionismus fast angestiftet. Die Scham seine “tiefen” Geheimnisse preiszugeben sinkt auf ein Minimum. Man erfährt Dinge von seinen Mitmenschen, die man nicht unbedingt wissen will/muss, wie “Franzi war heute fünf Mal am Klo”, “Susi hat gestern zwei Burger zu viel gegessen”, “Michi ist verliebt”, “Kathi hat jeden zweiten Tag eine Depression”, usw. Lauter Meldungen aus der Nähe und der Ferne, ohne die man auch ganz gut leben kann. Trotzdem sind wir alle ganz heiß darauf diese mehr oder weniger (un)wichtigen Intimitäten zu erfahren.
Bei dieser Auseinandersetzung bin ich auf eine Fotoblog-Seite gestossen bzw wurde dahingeleitet, die vielleicht der ein oder andere kennt …

fuck you very much – fuck you is the new thank you (http://fuckyouverymuch.dk/)
Hier handelt es sich um zwei Freunde aus Kopenhagen, zur Zeit getrennt durch tausende Kilometer, sie (in New York?) und er (in Norwegen?), welche sich mittels Bildern [manche nicht ganz jugendfrei ;) ] mitteilen. Man glaubt es kaum, aber ein Foto pro Tag genügt, um seinen Gemütszustand der Außenwelt zu zeigen und eine große Schar an Besuchern mit Absurdem, Schönem, Ekligem, Verträumtem und Extravagentem zu erfreuen. Kurz zusammengefasst – ein Tagebuch für uns junge Erwachsene.

Schaut mal rein… !

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