helge simpson

Die Hass-Diät. Abnehmen mit Hilfe der Abneigung Ihres Umfelds.

19.02.2019 - 17:23

Was um alles in der Welt befähigt einen alten Texter dazu, Abnehmtipps zu schreiben? Nun: Werfen Sie einmal einen Blick auf meine Spitznamen: Zum einen wäre da Omega-3-Fettsäule. Und dann noch Kugelschreiber. Und das sind nur die, die ich mir selbst gegeben habe. Ich weiß also schon einmal, wovon ich schreibe, wenn es um den Wunsch geht, schlanker zu werden.

Und ja, es ist mir gelungen: Ich habe abgenommen. Und dazu braucht es nicht einmal viel eisernen Willen, sondern nur ein gerüttelt Maß an Hypochondrie und einen Hausarzt, der vor Weihnachten meint: „Wenn Sie so weitermachen, Herr Haberzettl, haben Sie in einem Jahr Diabetes.“

Das saß. Ich musste un-be-dingt abnehmen. Und wie sonst auch in meinem Leben wollte ich mein Umfeld die ganze Arbeit machen lassen. Wie das gelingt, verrate ich Ihnen jetzt in acht einfachen Schritten.

 

Zwischen Dezember und Jänner fünf Kilo abnehmen in acht einfachen Schritten.

  1. Schaffen Sie sich eine Schwester an und blicken Sie dieser gehässig in die Augen, wenn diese zu Heiligabend nach einem Keks greift.
     
  2. Pflanzen Sie sich vor den Kolleg*innen auf und äußern Sie Erstaunen darüber, dass diese Sie überhaupt noch sehen können, da man ja nur noch ein Strich in der Landschaft sei.
     
  3. Beginnen Sie aus dem gleichen Grund prinzipiell jede Wortmeldung in einem Meeting mit ostentativem Händewinken, damit die Anwesenden sehen können, woher „diese Stimme“ kommt.
     
  4. Warnen Sie Ihre Kolleginnen davor, was mit Ihrem Körper passieren wird: „Ich werde wunderschön werden und unglaublich attraktiv. Verlieb dich bitte nicht in mich, denn ich bin schon verheiratet! Deine Liebe zu mir wäre schmerzhaft und vergeblich.“
     
  5. Rechnen Sie Ihren Kollegen, vor allem aber ihren Kolleginnen wochenlang vor, welche und wie viel schlechte Kohlenhydrate sie zu sich nehmen.

    Wenn Sie diese Punkte konsequent befolgen, wird Ihr ganzes Umfeld Sie hassen.

    Und dadurch genug Druck ausüben, dass Sie die letzten drei Punkte befolgen können:
     
  6. Essen Sie eine Zeit lang tatsächlich nur Minigurken und ein Stück Emmentaler zu Mittag. Oder Paradeiser mit einer Kabanossi.
     
  7. Schwelgen Sie in Joghurt. Erzählen Sie jedem, egal ob er es wissen will oder nicht, dass ein Joghurt der Mars-Riegel des klugen Mannes sei.
     
  8. Verzichten Sie aufs Frühstück. Und essen Sie nicht nach 19 Uhr.
     

Halten Sie sich an diese acht Punkte und schon sind fünf Kilo verschwunden. Und niemand wird Sie mehr mögen. Wen diese kleine Nebenwirkung stört, den kann ich beruhigen: Niemand mag Menschen, die über Weihnachten abnehmen.

So oder so.